Die 'markt intern'-Forderung an das Bundeskartellamt:

 
Vertragsfreiheit für Markenlieferanten, die ihre Vertriebspartner frei wählen und den Mehraufwand des lokalen Fachhandels bei der Markenpflege und der Führung des Markensortiments finanziell honorieren.

 

Diese Forderung basiert auf folgenden Thesen:

 1. Der Onlinehandel trägt zu einer sinnvollen Ergänzung des Wettbewerbs bei. Wir können uns nun zwischen den Angeboten von Anbietern entscheiden, die beispielsweise über den Preis, die Beratung, den Service oder besondere zusätzliche Dienstleistungen konkurrieren.

2. Um das Gleichgewicht zwischen diesen Angebotsformen zu wahren, kommt es darauf an, dass allen Handelsformen gleiche Chancen eingeräumt werden, ohne diese gleichzuschalten. Fairer Wettbewerb bedeutet nämlich, dass möglichst viele Unternehmen auf möglichst freien Märkten für Angebot und Nachfrage aktiv sind.

3. Derzeit wirbeln das Internet und der Onlinehandel die traditionellen Märkte durcheinander. Dem Preiswettbewerb kommt im Internet die entscheidende Rolle zu. Dagegen sind Beratung, Service, Dienstleistung und Orientierung die Geschäftsgrundlage unzähliger, lokaler Händler und Handwerker vor Ort, die das Bild der meisten Gemeinden in Deutschland prägen.

4. Ausgerechnet jetzt trägt das Bundeskartellamt aktiv zur Konzentration von Märkten bei, indem es den Onlinehandel und den lokalen Fachhandel über einen Kamm schert und den Preiswettbewerb einseitig fördert. Damit kommt das Bundeskartellamt seiner vom Gesetzgeber zugewiesenen Aufgabe gerade nicht nach.

5. Das Bundeskartellamt begründet sein Vorgehen damit, dass das Internet einen aggressiven Preiswettbewerb ermöglicht. Ein Beratungs- oder ein Orientierungswettbewerb werden vom Bundeskartellamt schlicht ignoriert.

6. Dem Beratungs- sowie dem Orientierungswettbewerb werden die Grundlage entzogen, denn in der Praxis entscheiden wir uns in der Regel vielleicht nicht immer für das günstigste, aber meist für das billigste Angebot. Wir spielen praktisch die verschiedenen Handelsformen gegeneinander aus, um kurzfristig den größtmöglichen persönlichen Vorteil zu haben.

7. Mit der Konzentration auf einen reinen Preiswettbewerb begünstigt das Bundeskartellamt also das Fachhandelssterben. Dadurch ist die flächendeckende Versorgung mit qualifizierten Fachhandels- und Fachhandwerksdienstleistungen für uns alle in Gefahr.

8. Das Bundeskartellamt sollte deshalb für Waffengleichheit zwischen verschiedenen Wettbewerbsformen sorgen, aber nicht versuchen, alle Wettbewerber gleichzumachen!

9. Regionale und lokale Wettbewerber müssen mit (wirtschaftlichen) Instrumenten arbeiten dürfen, um ihre Stärken im Wettbewerb auch ausspielen zu können.

10. Ein vielfältiger Wettbewerb kann nur bestehen, wenn die Freiräume für unterschiedliche Vertriebssysteme so groß wie möglich bleiben. Das ist im übrigen auch die eigentliche und gewollte Aufgabe des Bundeskartellamts.

Aktion Bundeskartellamt

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